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Seminarinformation
6
Aug

EST Vertiefungstag 2020 “Psychodynamik und Abwehr”

Übungstag zur Vertiefung: Gefangen im Schutz der Rigidität

Ein psychodynamischer Blick auf die Abwehrmechanismen – wenn Ego-States schützen, ihre Abwehr jedoch dysfunktional wird

Referentin: Dipl.-Psych. Silke Großbach

Über die Referentin

Um seelischen Schmerz zu bewältigen zielen psychische Abwehrmechanismen darauf ab, die damit verbundenen Affekte, Gefühle, Wahrnehmungen vom Bewusstsein fern zu halten, bzw. sie „in Schach zu halten“ (Anna Freud). Diese Schutzmechanismen werden in der Ego-State-Therapie gewürdigt.

Dieser Schutz erzeugt zunächst Entlastung, jedoch zwingt er zu immer intensiveren und komplizierteren Abwehrmaßnahmen, die dysfunktional werden, wenn sie die bewusste Verarbeitung des Konfliktes oder des Traumas verhindern. So wandeln sich die normalen Schutz- und Bewältigungsmechanismen zu pathologischen Abwehrmechanismen: Die Ego-States sind in ihren Ich-Funktionen eingeschränkt, rigide, die Abwehr wird zwangsläufig aktiviert. Sie verhindern Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung und die Bewusstwerdung stößt auf erheblichen Widerstand. Vor Allem verteidigen sie ihre Abwehrbemühungen sehr überzeugend, so dass es eine Herausforderung darstellt die Verarbeitung des seelischen Schmerzes zu ermöglichen. So sind Patienten ihren Abwehrmechanismen oft hilflos ausgeliefert: Auch schon in alltäglichen Stress-Situationen neigen sie zur pathologischen Projektion, Regression, Rationalisierung, Affektisolierung, Identifikation, Introjektion uva.

An diesem Spezial-Supervisionstag ist die psychodynamische Arbeit mit diesen Ego- States Schwerpunkt:

  • Überblick über die Abwehrmechanismen
  • Würdigung der Abwehrmechanismen als intrapsychische Schutz-Operationen
  • Abgrenzung von alltäglichen Abwehrbemühungen als normale Verarbeitung in Abgrenzung zur pathologischen Abwehr
  • Berücksichtigung der Abwehrmechanismen in der individuellen Abwehrstruktur einzelner Ego-States, Therapieplanung (SARIA) und Einordnung im Lebensflussmodell (Hartman)

Dieser Übungstag dient der Vertiefung der Ego-State-Therapie. Das Beziehungsgeflecht der Ego-States untereinander ist häufig sehr komplex und die Therapieplanung, wann arbeite ich mit welchem Ego-State und welche Ego-States benötigen welche korrigierende Erfahrung, stellt die TherapeutInnen vor eine große Herausforderung. Der Fokus wird hier in der Behandlungsplanung die Schutz- und Abwehrbemühungen sein und die darauf ausgerichteten passenden korrigierenden Erfahrungen zu entwickeln.

Der Austausch wird durch Übungen in Kleingruppen und Zeiten für Fragen und Diskussionen, auch Fallsupervision ermöglicht.

 

Teilnahmevoraussetzungen

Das Seminar richtet sich an TeilnehmerInnen, die bereits Seminare des Ego-State-Therapie Curriculums absolviert haben und ihre Kenntnisse vertiefen möchten.

Für den Nachweis der Gruppensupervision von insgesamt 16 Stunden, wird die Teilnahme an einem Spezial Supervisionstag für die EST Zertifizierung angerechnet mit 8 Stunden EST-Gruppensupervision. Die anderen 8 Stunden Gruppensupervision dienen der Fall-Supervision.

Für diese Fortbildung wird ein Antrag auf Akkreditierung bei der Psychotherapeutenkammer Hamburg gestellt (8 FE)

Termin: Samstag, 1212.2020 (9 bis 17 Uhr)
Ort: Hamburg Ottensen
Kosten: 140.- €

Anmeldung