Ego-State-Therapie

Hypnotherapeutische Teilearbeit

Ego-State-Therapie

Die Ego-State-Therapie ist ein psychotherapeutischer Ansatz, der mit Persönlichkeitsanteilen, den sogenannten Ego-States arbeitet und somit auf einem Teilemodell der Persönlichkeit beruht.

Die Begründer John und Helen Watkins entwickelten ihr Modell der Ego-State Therapie integrativ. Sie nutzten die Konzepte der Psychodynamik, der Hypnotherapie, sowie Erkenntnisse aus der Dissoziation, vor Allem denen Pierre Janets.

Diese Konzepte lieferten die Grundlagen des Ego-State Modells und beinhalteten vor Allem die  Kenntnisse über die therapeutische Beziehung, Übertragung und Gegenübertragung, die Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitsentwicklung. Sie nutzten die hypnotische Aktivierung von Ego-States, und integrierten die Forschungen der Traumafolgestörungen.

In den letzten Jahren ist die Bedeutung der Ego-State-Therapie stark gestiegen, was sich u.a. in der zunehmenden Zahl an Publikationen, Fachkongressen und Ausbildungsgängen wiederspiegelt. Ebenso wurden in der Weiterentwicklung weitere Konzepte in das Grundmodell der Ego-State Therapie integriert, so der Behavoriale Ansatz, die Körpertherapeutischen Ansätze, sowie ergänzende stabilisierende, ressourcenorientierte traumatherapeutische Methoden. Die Ego-State-Therapie ist neben ihrer Anwendung als ressourcevolle Traumatherapiemethode auch zur Behandlung eines breiteren Störungsspektrums sehr gut geeignet.

Das „Ich“ ist im Ego-State-Modell durch eine Anzahl von energetischen Ego-Zuständen (Persönlichkeitsanteilen) charakterisiert, die vergleichbar wie in einer Familie coexistieren, die durch mehr oder weniger durchlässige Grenzen voneinander getrennt sind.

Gewöhnlich zeigt sich eine Pathologie dann, wenn Uneinigkeiten oder ein Mangel an Kooperation zwischen den Ego-States auftreten. Die Entstehung von Ego-States sowie die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen ihnen stehen u.a. in engem Zusammenhang mit traumatischen Ereignissen. Jeder Ego-State kann in einer funktionalen oder dysfunktionalen Weise handeln, jeweils auch verschiedene Grade an Dysfunktion aufweisen. Zentral ist das Konzept der Funktionalität der Ego-States, denn die Ego-States, die wir womöglich als ein Problem erleben, sind nicht das Problem, sondern sind die dysfunktionale Lösung eines Problems.

Das Ziel der Ego-State-Therapie ist die Integration als ein Zustand, in dem die einzelnen Ego-States in vollständiger Kommunikation miteinander stehen, mentale Inhalte austauschen und in harmonischen Beziehungen miteinander existieren. Hierfür werden sie hypnotisch aktiviert, um dann therapeutisch mit ihnen zu arbeiten.